14.11.2017

Schaper zum Weltdiabetestag: Auch in der sächsischen Regierung herrscht ungesunder Bewegungsmangel

Anlässlich des heutigen Weltdiabetestages erklärt Susanne Schaper, Sprecherin für Gesundheitspolitik der Fraktion DIE LINKE:

Die Staatsregierung weiß nicht einmal, wie viele Menschen in Sachsen an Diabetes leiden. Lediglich die Zahl der Patienten, die wegen Diabetes Typ 2 stationär behandelt wurden, wird erfasst (11.578 Fälle im Jahr 2013, Drucksachen 6/1862 und 6/3265). In Deutschland leben rund sieben Millionen Menschen mit Diabetes. Schätzungen zufolge wissen zwei Millionen Menschen nicht, dass auch sie an Diabetes erkrankt sind. Etwa zehn Prozent aller Erkrankten leiden am Diabetes Typ 1, einer Autoimmunerkrankung, deren Ursachen nicht abschließend erforscht sind. 90 Prozent hingegen sind vom Diabetes Typ 2 betroffen, der vor allem bei Erwachsenen auftritt. Gesunde Ernährung und Sport, die Übergewicht vermeiden helfen, mindern das Risiko dieser Erkrankung.

Wir stimmen dem Bundesgesundheitsminister zu: "Die Stärkung der Prävention und die bestmögliche Versorgung des Diabetes ist eine gesundheitspolitische Herausforderung ersten Ranges."

Die Linksfraktion drängt darauf, Wissenslücken zu schließen und die Prävention zu verbessern. Ein entsprechender Antrag (Drs 6/3620) wird derzeit im Parlament behandelt. Die Voraussetzungen liegen vor: Durch die neue Messmethode "Glucobox", die den Blutzucker durch Lasermessung und folglich ohne Blutentnahme erfasst, lässt sich Diabetes noch leichter feststellen.

Außerdem muss der öffentliche Gesundheitsdienst gestärkt werden, damit er seine Aufgaben laut Präventionsgesetz erfüllen kann. Die Regierungskoalition hat dieser Forderung allerdings erst vor kurzem eine Absage erteilt (Drs 6/6576). Sie sieht den Staat nicht in der Verantwortung, die Bevölkerung bei einer gesunden Lebensweise zu unterstützen. Die Folgekosten für die Allgemeinheit sind umso größer. Der Bewegungsmangel dieser Regierung in puncto Gesundheitsprävention schadet nicht nur den Erkrankten, sondern der gesamten Gesellschaft!

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AKTUELLER ANTRAG
«Solidarische und gerechte Finanzierung von Gesundheit und Pflege»

der Fraktion DIE LINKE im Bundestag
28.03.2017

Antrag (Vorabversion)
hier (PDF-Datei 895 Kb)

BEITRAGSRECHNER
Wenn es eine solidarische Gesundheitsversicherung gäbe, was müsste ich bezahlen?

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