26.04.2017

Ost-/West-Spaltung beim Pflegemindestlohn skandalös

Schaper: Ost-/West-Spaltung beim Pflegemindestlohn Skandal - Pflegebedürftige brauchen überall gleich viel Zuwendung

Zur Meldung, dass der Pflegemindestlohn ab 1. Januar 2018 steigen soll, erklärt Susanne Schaper, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

Es ist zu begrüßen, dass der Pflegemindestlohn steigt und somit die Arbeit auch der 57.409 Pflegekräfte in Sachsen eine, wenn auch immer noch zu geringe, Wertschätzung erfährt. Nichtsdestotrotz sind 10,05 Euro, bzw. 10,55 Euro zu wenig für diese wichtige und körperlich wie auch geistig anstrengende Arbeit, gerade auch, wenn man bedenkt, dass seit 2010 der Pflegemindestlohn nur um 3,4 Prozent bzw. 5,8 Prozent gestiegen ist. Wer gut qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte wünscht, muss dafür auch etwas tun. Das fängt beim Lohn an und hört bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen noch lange nicht auf.

Dass beim Pflegemindestlohn immer noch zwischen Ost und West unterschieden wird, ist ein Skandal. Es ist auch unerklärlich, warum seitens der Pflegekommission nicht darauf hingearbeitet wird, eine Angleichung bis 2020 zu erreichen. Stattdessen wird an der Differenz von 0,50 Euro zwischen Osten und Westen weiter festgehalten. Brauchen ostdeutsche Pflegebedürftige etwa weniger Zuwendung als westdeutsche? Sind sie leichter zu betreuen, leichter aus dem Bett zu heben, leichter zu waschen, brauchen sie weniger Mahlzeiten, ein weniger angenehmes Wohnumfeld? Gerade auch im Hinblick auf die Rentenangleichung Ost/West wäre ein einheitlicher Mindestlohn das richtige Signal gewesen und würde gleichzeitig zukünftig die Kosten für die Rentenangleichung sinken lassen. Hier wurde jedoch, wie so oft, zu kurz gedacht.

Der Pflegeberuf muss gerade auch in Sachsen attraktiver werden. Denn wir brauchen mehr Pflegekräfte für einen besseren Personalschlüssel. Dazu können auch weniger Bürokratie und kostenlose Ausbildung etc. beitragen.

AKTUELLER ANTRAG
«Solidarische und gerechte Finanzierung von Gesundheit und Pflege»

der Fraktion DIE LINKE im Bundestag
28.03.2017

Antrag (Vorabversion)
hier (PDF-Datei 895 Kb)

BEITRAGSRECHNER
Wenn es eine solidarische Gesundheitsversicherung gäbe, was müsste ich bezahlen?

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