29.05.2017

Drogenabhängigen vernünftig und vorurteilsfrei helfen

Jalaß: Drogenkonsumräume retten Leben - eindeutig erwiesen! Schaper: Familien nicht wegen Suchterkrankung zerreißen!

Zur heutigen öffentlichen Anhörung des Landtags-Sozialausschusses u.a. zum Antrag der Linksfraktion „Kommunen endlich die Einrichtung von Drogenkonsumräumen ermöglichen“ (Parlaments-Drucksache 6/8237) erklärt René Jalaß, drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag:

Es hat sich leider schon angedeutet, dass einige Sachverständige mit nur geringer Kenntnis der Datenlage zu Konsumräumen ihre Bauchgefühle vortrugen. Das ist in einer Debatte, in der es um Menschenleben geht, äußerst bedauerlich. Zudem drehte sich die Anhörung zu wenig um den Kern unseres Antrages, nämlich die geführte Diskussion den Kommunen zu ermöglichen und letztlich auch die finale Entscheidung, ob ein solches Angebot gewünscht ist oder nicht.

Die Debatte darüber ist noch nicht beendet. Landtag und Staatsregierung haben immer noch die Möglichkeit, die Zahl der potenziellen Drogentoten erheblich zu senken. Drogenkonsumräume retten Leben! Das wissen wir nach nun fast 20 Jahren wissenschaftlicher Begleitung eineindeutig.

Die Anhörung widmete sich auch dem Antrag der Linksfraktion „Flächendeckende Hilfen für drogenabhängige Eltern und ihre Kinder bereitstellen (Parlaments-Drucksache 6/9060). Dazu erklärt Susanne Schaper, gesundheits- und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag:

Therapieplätze müssen auch für Kinder unter drei Jahren bereitstehen – dabei geht es natürlich nicht darum, dass sie bei der Entgiftung der Mutter dabei sein sollen, aber gerade diese Kinder leiden oft bereits an Beeinträchtigungen und bedürfen in dieser wichtigen Phase der sozialen Prägung besonders intensiver Unterstützung. Wir brauchen in Sachsen ein flächendeckendes Hilfe-Netz für drogenabhängige Eltern und ihre Kinder, dazu gehört im Sinne der Wohnortnähe im Gebiet jeder Dienststelle der Landesdirektion mindestens je eine fachklinische Einrichtung.

Bereits im 2. Sächsischen Drogen- und Suchtbericht von 2014 wurden solche Angebote empfohlen. Eine Verbesserung ist seither nur punktuell eingetreten (siehe Fachklinik Heidehof in Weinböhla). Wichtig ist, dass suchterkrankte Mütter und Väter, die ihre Abhängigkeit behandeln lassen, sich für diese Zeit nicht mehr für eine Trennung vom Kind entscheiden müssen. So kann die Familie zusammenbleiben, dabei sind auch stationäre Hilfen mit ambulanten Nachsorgeangeboten zu verknüpfen.

EMAIL-KONTAKT
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Die Email-Adresse
bb-schaper@linksfraktion-sachsen.de
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AKTUELLER ANTRAG
«Solidarische und gerechte Finanzierung von Gesundheit und Pflege»

der Fraktion DIE LINKE im Bundestag
28.03.2017

Antrag (Vorabversion)
hier (PDF-Datei 895 Kb)

BEITRAGSRECHNER
Wenn es eine solidarische Gesundheitsversicherung gäbe, was müsste ich bezahlen?

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